KI: Neue Spielregeln für das Reputationsmanagement

In der heutigen KI-Welt sind Unternehmen im Vorteil, die sich schnell auf die neuen Bedingungen einstellen können, die das KI-Zeitalter mit sich bringt. Hierzu zählt vor allem der Einsatz neuer Tools wie GEO (Generative Engine Optimization) und AEO (Answer Engine Optimization).

Unverzichtbar für Unternehmen ist neben dem Einsatz von GEO und AEO weiterhin ein Media Monitoring, um die Medienberichterstattung im Blick zu behalten, und ein Social Listening-Tool, das Postings, Antworten und Fragen von Nutzenden in Social Media und Foren überwacht. Viele dieser Systeme sind in der Basisversion für jedes Unternehmen erschwinglich, große Systeme, die einen umfassenden Einsatz und tiefgreifende Ergebnisse liefern sind jedoch teuer. Sie verlangen über die monatlichen oder jährlichen Gebühren hinaus Wissen über die Nutzung der Tools und Mitarbeitende benötigen auch Zeit, sich mit den Ergebnissen zu beschäftigen. Das Team muss in mehreren Sessions geschult werden, um die Fähigkeiten der Tools auszuschöpfen und es braucht Zeit, um sich auf neue Updates und Tool-Ergänzungen einstellen zu können. Viele Unternehmen fühlen sich damit überfordert.

Ich habe mich daher vor einigen Wochen gefragt: Wie kann Reputationsmanagement im KI-Zeitalter für kleinere Teams und Unternehmen zugänglich gemacht werden?

  1. LLMs fragen: Was weißt Du über mein Unternehmen oder über meine Person?

Der erste Schritt ist für alle Unternehmen leicht zu bewältigen. Fragen Sie sich durch die LLMs, was weißt Du über mein Unternehmen, über meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Welche Themen werden korrekt dargestellt, auf welche Quellen wird verwiesen?

  1. Sichtbarkeit messen und Fehlerquellen auf der Website analysieren

Verschiedene GEO/AEO-Tools bieten kostenlose Analysen für die eigene Website an. Diese Analysen ergeben einen guten Überblick über die eigene Sichtbarkeit in der KI-Suche. Manche Tools gehen hierbei noch einen Schritt weiter, sie liefern in der kostenlosen Analyse eine Übersicht von Themen und Prompts sowie eine Wettbewerbsübersicht, die es sich lohnt, genauer anzuschauen. Fehlerquellen auf der Website lassen sich identifizieren und neue Content-Ideen entwickeln. Manche Tools bieten auch die Erstellung von FAQs oder Content-Pieces an, ich würde jedoch empfehlen, diese Inhalte selbst zu erstellen und das eigene Wording zu nutzen. Denn KI straft zunehmend KI-generierten Content ab und Content, der mit viel Engagement entwickelt wurde, gerät dabei ins Hintertreffen.

  1. Ideen für neue Inhalte entwickeln und Stolpersteine beachten

Claude hat mir geholfen, ein maßgeschneidertes Tool zu entwickeln, das in Echtzeit nach relevanten Reputationskrisenfällen sucht und mir innerhalb von Sekunden eine redaktionelle Einschätzung liefert. Solche Empfehlungen liefern Input für eigene Contentideen und schärfen den Blick für Reputationskrisen. Wichtig ist es weiterhin, auch die Social-Media-Kanäle zu beobachten und auf Kommentare zu antworten. Die Geräuschkulisse, die in Foren entsteht, wenn Markennamen in Gesprächen fallen, werden von KI-Systemen ebenfalls wahrgenommen, ebenso spielen Qualitätsmedien eine große Rolle, die über Unternehmen berichten. Das sogenannte „Listening“ trägt dazu bei, zuzuhören und auf neue Entwicklungen reagieren zu können.

  1. Nicht jeder Prompt passt, und das ist in Ordnung

Ich habe während meinen Tests gelernt, dass KI-Systeme anders als Menschen suchen und Menschen ganz unterschiedliche Prompts erzeugen. Wenn die vorgeschlagenen Prompts in der Analyse nicht auf einen passen, dann sollte man nicht leichtfertig aufgeben, die Übersicht zeigt nur einen Bruchteil der Prompts an, die in der KI-Suche stattfinden. Wichtig ist, jede KI sucht nach Inhalten, die korrekt, konsistent, aktuell und klar genug strukturiert sind, um sie zitieren zu können. Originäre Inhalte, eigene Ideen, gelungenes Storytelling machen dabei den Unterschied und wirken sich auf die Prompts aus.

  1. Auf starke Inhalte setzen und seinen eigenen Weg gehen

Ich finde es daher sehr spannend zu sehen, welche kleineren Marken zukünftig in der KI-Suche zu finden sind, weil sie mit Kreativität und Leidenschaft ihre Inhalte erstellen, oder welche großen Unternehmen mit Innovation, Leistung und Pionierarbeit an vorderster Stelle genannt werden. Unternehmen, die langfristig mit strategischem Marketing und klugem Budgeteinsatz agieren, können in der KI-Suche viel erreichen.  Indem wir uns daran erinnern, dass jede KI anders sucht und zitiert, und uns die Fülle an Möglichkeiten vor Augen halten, ist es entscheidend, unseren eigenen Weg zu gehen, der für uns und unser Unternehmen am besten passt.

Heike Bedrich, Inhaberin und Gründerin von Talisman Kommunikation und Imagebildung

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