Brandwatch Studie: Wie bezahlen Verbraucher am liebsten?

BERLIN, 23. April 2020 – In Deutschland nutzen 45% der Verbraucher kein Online-Banking. So lautet ein Ergebnis aus dem aktuellen Brandwatch-Report zum Thema „Bargeldloses Bezahlen“. In keinem der anderen untersuchten Länder wurde mit einem so hohen Prozentsatz die Ablehnung von Online-Banking deutlich. Ob die Covid-19-Pandemie dieses Verhalten ändern wird, untersuchte Brandwatch in einem zweiten Schritt. Da deutsche Verbraucher aber noch nicht hundertprozentig bereit sind, bargeldlos zu bezahlen, wird sich auch erst in Zukunft zeigen, ob nach der Pandemie tatsächlich mit weniger Bargeld bezahlt wird und die Akzeptanz für andere Zahlungsmittel steigt.

Deutlich zu erkennen ist hingegen die Tatsache, dass Finanzdienstleister wie PayPal von der Krise profitieren und mit Service-Aktionen die Sympathie der Social-Media-Nutzer gewinnen. So verzichtet PayPal während der Corona-Pandemie auf Rückbuchungsgebühren und stärkt den Verkäuferschutz. Aktiv in der Krise zeigt sich auch die GLS Bank und macht auf die Missstände von Näherinnen für Mundschutzmasken aufmerksam. Mastercard bewirbt kontaktloses Bezahlen mit einer Aufklärungskampagne und erhöht das Limit für kontaktloses Bezahlen ohne Pin-Eingabe. Downloadlink zur Studie: Link

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Wie oft wird Online-Banking genutzt

Deutschland liegt in der Untersuchung von Brandwatch abgeschlagen auf dem letzten Platz in Punkto Online-Banking. Für die Umfrage wurden 6.500 Teilnehmer mittels Smartphone befragt, dabei gab die Hälfte der Teilnehmer aus der Altersgruppe 55+ an, dass sie noch nie Online-Banking genutzt haben. Als Gründe nannten 43%, dass sie lieber persönlich in die Filiale gehen und 23% der Befragten bestätigten, Angst vor Betrugs- und Identifikationsdiebstahl zu haben.

Wie zahlen deutsche Verbraucher am liebsten?

Das Aufkommen der Social-Media Gespräche zum Thema Bargeldloses Bezahlen zeigt, dass die Gespräche im letzten Jahr kontinuierlich abgenommen haben mit einem Tiefpunkt an den Weihnachtsfeiertagen. Der Trend wurde durch die Covid-19-Pandemie unterbrochen und die Erwähnungen stiegen im März 2020 stark an, um dann Anfang April wieder zu sinken. Zum Thema Bezahlen gab es in den letzten Wochen fast 100.000 Online-Erwähnungen. Das ist ein Anstieg um 60% im Vergleich zu den Wochen davor. Insgesamt wurden knapp 648.000 Erwähnungen ausgewertet, die im Zeitraum 1.4.2019 bis 15. April 2020 veröffentlicht wurden.

Der Social Buzz der Finanzdienstleister

Eines der Top-Themen in den letzten 12 Monaten war, dass Nutzer von iPhones und Apple Watches nun auch über die Sparkassen App mit Apple Pay zahlen können. Die Sparkasse, Gewinner des Ranking, setzte sich mit dieser Meldung klar an die Spitze und verwies die Finanzdienstleister Deutschen Bank und Mastercard auf Platz 2 und 3. Die Deutsche Bank sorgte vor allem mit drei Meldungen für hohe Gesprächsanstiege: Die gescheiterte Fusion mit der Commerzbank im April 2019, die Entlassungswelle im Juli 2019 und die Meldung im Januar 2020, dass der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel Aufsichtsrat der Deutschen Bank wird. Mastercard hatte dagegen mit einer Datenpanne im August 2019 zu kämpfen, positiv hingegen wurde die Meldung vernommen, in der Mastercard ankündigte, dass Kunden ihren gewählten Namen anstelle ihres Geburtsnamen auf der Kreditkarte angeben können.

In den letzten sechs Wochen der Untersuchung stach ein Finanzdienstleister besonders hervor: PayPal. Das Unternehmen profitiert von der derzeitigen Situation, in der vermehrt kontaktlos gezahlt wird. Auch sorgen Spendenaufrufe und Unterstützungsaktionen für lokale Unternehmen, die über die Funktion Moneypool Geld sammeln, für einen Anstieg des Gesprächsvolumens für PayPal.

Chancen für Finanzdienstleister

Damit Finanzdienstleister erkennen können, wo die größten Nöte derzeit sind und welche Services und Hilfestellung ihre Kunden jetzt benötigen, ist es ratsam, das Social Web auf Peaks in der Krise zu achten. Schnelligkeit und Flexibilität in der Anpassung von Dienstleistungen führt zu positiven Gesprächen und zu Wohlwollen in der Community. Denn wie unsere Umfrage gezeigt hat, schätzen loyale Kunden von Banken einen herausragenden Kundenservice und wenn sie Unterstützung rund um Geldbelange erhalten können.

Thomas Grünberg, Senior Marketing Manager für die DACH Region bei Brandwatch, betont: „Finanzdienstleister haben in der Krise eine besondere Aufgabe. Sie müssen ihre Angebote so transparent und einfach gestalten, dass auch für die Menschen, die sonst nur die Filialen besuchen, das Online-Banking attraktiver gemacht wird. Auch Kampagnen für das Vertrauen in den Umgang mit Daten und digitale Technologien wie z.B. das kontaktlose Bezahlen ohne PIN-Eingabe gewinnen an Bedeutung. Letztendlich wird sich auf lange Sicht zeigen, ob die Krise ein Umdenken mit den von uns Deutschen geliebten Bargeld herbeigeführt hat.“

Methodik:
Für die Analyse wurden mobile Umfrageergebnisse und Social-Media-Daten herangezogen. Für die Umfrage wurden mithilfe des mobilen Umfragetools Brandwatch Qriously global mehr als 6.500 Erwachsene aus sieben Ländern via Smartphones befragt. Aus Deutschland wurden 1.012. Erwachsene befragt. Für die Social-Media-Analyse wurden mit Brandwatch Consumer Research deutschsprachige öffentlich zugängliche Online-Erwähnungen vom 1. April 2019 – 15. April 2020 näher untersucht. Betrachtet wurden Online-Gespräche aus Twitter, Blogs, Foren und Newsseiten.

Über Brandwatch

Brandwatch ist das weltweit wegweisende „Digital Consumer Intelligence“-Unternehmen, das 2.200 der bekanntesten Marken und Agenturen der Welt, darunter Unilever, Walmart und Dell, bei informierten, datenbasierten Geschäftsentscheidungen unterstützt.

Das Unternehmen hat bisher drei Akquisitionen getätigt: PeerIndex (2013), BuzzSumo (2017) als eigenständige Content-Marketing-Plattform, und Qriously (2019), um globale Umfragefunktionen hinzuzufügen. Darüber hinaus wurde das Unternehmen durch die Fusion mit Crimson Hexagon (2018) gestärkt, um die umfassendste KI-gestützte Social-Intelligence-Lösung zu entwickeln.

Brandwatch unterhält Niederlassungen auf der ganzen Welt, einschließlich in Berlin, Stuttgart, Brighton, Boston, New York, London, Paris, Madrid, Sydney und Singapur.

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