In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit der Landschaft der Reputationsmanagement-Tools im Zeitalter der KI beschäftigt. Was ich dabei entdeckt habe, hat mich sehr überrascht.
Derzeit gibt es zwei getrennte Tool-Welten, die kaum miteinander kommunizieren.
Die erste überwacht, was Menschen in Medien, in Social Media, in Foren und in den News über ein Unternehmen sagen. Diese Tools gibt es schon seit Jahren, und sie sind immer ausgefeilter geworden.
Die zweite überwacht, was KI in ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude und anderen generativen Systemen über ein Unternehmen sagt. Diese Welt ist brandneu, entwickelt sich rasant und ist für die meisten Unternehmen weitgehend unsichtbar.
Das Problem ist, dass die meisten Unternehmen nur in eine der beiden Welten investiert haben, bzw. das Monitoring und die KI-Sichtbarkeit von unterschiedlichen Teams überwacht wird. Das Reputationsrisiko liegt aber genau dazwischen.
Wenn ein KI-System veraltete, falsche oder unvollständige Informationen über ein Unternehmen zitiert, werden herkömmlichen Monitoring-Tools dies nicht erkennen. Ebenso wird das Social-Listening-Dashboard nicht darauf hinweisen, wenn eine Marke in KI-generierten Antworten nicht vorkommt.
Nach wochenlanger Recherche bin ich überzeugt: Ein ganzheitliches Reputationsmanagement im Jahr 2026 erfordert die Betrachtung beider Welten. Die Ergebnisse dieser Tools müssen gemeinsam interpretiert werden, nicht isoliert. Was Menschen sagen, prägt das, was KI lernt. Was KI sagt, prägt das, was Menschen glauben. Damit schließt sich der Kreis. Die strategische Frage für jede Führungskraft im Kommunikationsbereich lautet daher nicht: „Welches Tool brauche ich?“, sondern: „Habe ich ein vollständiges Bild und jemanden, der es interpretieren kann?“
