Plastikreport 2020: Verbraucher nehmen sich und Unternehmen bei der Plastikvermeidung in die Pflicht

  • Erst an dritter Stelle sehen die Befragten die Verantwortung bei der Politik
  • 63% der direkt befragten Konsumenten stimmen der Aussage zu, Marken sollen mehr recyclebares Material bei ihren Verpackungen verwenden
  • Deutlicher Rückgang der Gespräche aufgrund der Corona-Pandemie – die Sorgen bleiben dennoch hoch

BERLIN, 6. Oktober 2020 – Weltweit machen sich Verbraucher Sorgen um ihren Planeten, besonders das sichtbare Problem mit Plastikmüll treibt Konsumenten um. Die Sorgen, aber auch die Bemühungen der Konsumenten, Plastikmüll im Alltag zu vermeiden, lassen sich über Social Media hervorragend teilen. Daher erreichte das Thema im Herbst 2019 einen bislang noch nie gekannten Peak in den deutschsprachigen Social-Media-Gesprächen. Die Vermeidung von Plastik und die Verwendung alternativer Verpackungsmaterialien war im Jahr 2019 mit Abstand eines der wichtigsten Themen in Social Media, im Plastikreport für das Jahr 2020 zeigt sich, dass die Sorgen um Plastikmüll wieder zugenommen haben, nachdem die Corona-Pandemie die Gespräche im ersten Halbjahr bestimmten. Alle Ergebnisse sind im aktuellen Report von Brandwatch zu finden, der zum kostenlosen Download nach Registrierung zur Verfügung steht: https://www.brandwatch.com/de/reports/plastikverpackungen-2020/

Die Corona-Pandemie lässt die Gespräche zur Vermeidung von Plastikmüll sinken

Nachdem die Gespräche rund um die Vermeidung von Plastikmüll seit 2018 kontinuierlich zugenommen haben, kam es im April 2020 zu einem Einbruch der Gespräche in Social Media. Es war der Monat, in dem die Corona-Pandemie die Aufmerksamkeit der Verbraucher weltweit in Atem hielt. In den Monaten danach (Mai bis August 2020) stiegen die Gespräche in Deutschland langsam wieder an, sie befinden sich nun auf einem Niveau von Januar 2020. Die Sorgen um Plastikmüll sind weltweit weiterhin hoch, dies zeigt auch eine direkte Verbraucherumfrage unter mehr als 7000 Konsumenten. Deutsche Verbraucher sind nach Frankreich und Spanien weiterhin sehr besorgt, nur Bürger aus den USA zeigen sich weniger besorgt.

Verständlicherweise mag man die zuvor genannten Zahlen etwas trostlos finden da die Pandemie die Verbraucher vom weltweiten Plastikmüll-Problem und allen Konsequenzen, die damit verbunden sind, ablenkt, so ein Fazit von Brandwatch. Dennoch gibt es auch positive Nachrichten. Ein hoher Anteil der Befragten gibt an, sich darum zu sorgen und Maßnahmen zur Abfallreduzierung zu ergreifen.

Der Wunsch, Plastikmüll zu vermeiden, ist trotz Corona-Pandemie weiterhin hoch und besonders deutsche Verbraucher sehen sich selbst und verstärkt die Unternehmen in der Pflicht, geeignete Maßnahmen im Kampf gegen Plastikmüll zu unternehmen. 79 % der deutschen Verbraucher gaben an, Plastikmüll zu vermeiden. Sie liegen damit über dem globalen Durchschnitt. Sie bestätigen in der Umfrage auf Plastiktüten (66 %) oder Einweg-Kaffeebecher und Plastikstrohhalme (je 61 %) zu verzichten, um Plastik zu reduzieren. Auch Lieferdienst-Essen in Plastikverpackungen wird vermieden, über 40 % der befragten deutschen Verbraucher bekämpfen mit dieser Maßnahme das Anwachsen des Plastikmülls.

Wer ist verantwortlich?

Markenunternehmen werden eher für die Reduzierung oder Begrenzung von Plastikmüll und dessen Auswirkungen verantwortlich gemacht als Regierungen, NGOs oder andere Player. Als besonders verantwortlich werden aus Verbrauchersicht Fast-Food-Ketten genannt: Verbraucher sind der Meinung, dass Fast-Food-Marken mehr tun müssen, um ihren Kunststoffverbrauch zu reduzieren (54 %). Neben der Fast-Food-Industrie stehen Unternehmen im Fokus, die Erfrischungsgetränke (49 %) oder Haushalts- und Reinigungsprodukte (39 %) produzieren sowie Marken aus der Modeindustrie (38 %). Deutsche Verbraucher nennen Fast-Food (67 %), Obst und Gemüse (59 %) und Mode (51 %).

Ein Fazit der Forschenden lautet daher: Online wird nach wie vor diskutiert, wie sich verschiedene Kunststoffprodukte auf die Umwelt auswirken und zunehmend ziehen die Verbraucher auch Marken zur Rechenschaft. In unserer aktuellen Studie zum Thema Brand Purpose wählten 55 % der befragten Verbraucher auf die Frage, was ihnen an einem Unternehmen wichtig ist und ihre Kaufentscheidung beeinflusst, deren Haltung zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz als zweitwichtigsten Punkt. Über die Hälfte der Befragten gab außerdem an, dass es ihnen wichtig ist, dass ein Unternehmen authentisch nach seinen Werten und Prinzipien handelt. Das zeigt, dass Verbrauchern Worte wichtiger sind als Taten und wenn Worten keine Handlungen folgen, dann wechseln Verbraucher die Marke.

 

Deutsche Verbraucher würden wirtschaftliche Konsequenzen eingehen, um Plastik zu vermeiden

63 % der Befragten in der direkten Umfrage stimmten der Aussage zu, Marken sollen mehr recyclebares Material bei ihren Verpackungen verwenden. Ein weiteres spannendes Ergebnis in der Umfrage lautet: Deutsche Verbraucher würden wirtschaftliche Konsequenzen eingehen, wenn sie Plastikmüll vermeiden können. 70 % der deutschen Verbraucher würden also mehr für ein Produkt bezahlen, das in einer alternativen Verpackung angeboten wird. Doch leider sind die Anstrengungen der großen Player noch bei weitem nicht ausreichend. In dem Report Waste & Opportunity 2020 von der Non-Profit-Organisation As You Sows zeigt sich, dass kaum Fortschritte zu verzeichnen sind. Von 50 großen Unternehmen aus den Bereichen Getränke, Schnellrestaurants, Konsumgüter und Einzelhandel erhielt gerade ein Unternehmen die Note B-. 74 % der Unternehmen haben ein D oder eine noch schlechtere Bewertung erhalten.

 

#nachhaltigkeit #nachhaltig #vegan

Die verwendeten Hashtags rund um die Vermeidung von Plastikmüll haben sich im Vergleich zum letzten Jahr geändert. Heute geht es um das Thema Lebensmittel, das spiegelt sich auch in den am häufigsten verwendeten Hashtags wieder. Die Hälfte der Top-10-Hashtags rund um Plastikmüll dreht sich um das Thema Ernährung.

Die Top100 Emojis in den Gesprächen rund um Plastikmüll

Der grüne Setzling und die Herzaugen bestimmen die Gespräche. Ein Zeichen, dass Verbraucher die Vermeidung von Plastik selbst in die Hand nehmen oder Produkte entdecken, die ohne Plastikverpackungen angeboten werden. Sie sind darauf stolz, selbst etwas zu unternehmen und damit Gutes tun.

Thomas Grünberg, Senior Marketing Manager für die DACH Region bei Brandwatch, sieht die Unternehmen in der Pflicht, mehr gegen Plastikmüll zu unternehmen: „Auch wenn in diesem Jahr die Aufmerksamkeit etwas gesunken ist, Verbraucher fordern Verantwortung von  Markenunternehmen ein. Sie müssen aktiv werden, um ihre Kunden zu halten, denn wie unsere Studie zeigt, sind Verbraucher mittlerweile auch bereit, wirtschaftliche Konsequenzen zu akzeptieren, wenn sie dadurch Plastik vermeiden können.“

Methodik:

Umfragedaten

Mit Brandwatch Qriously haben wir 7.212 Personen in Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Mexiko, Singapur, Spanien und den USA über ihre Mobilgeräte befragt. Qriously ersetzt in mobilen Apps Anzeigen durch Umfragefragen.

Social-Media-Daten

Wir haben mit Brandwatch Consumer Research öffentliche Mentions in deutscher und englischer Sprache rund um Plastikmüll, Müll, Abfall und Umweltverschmutzung (und damit verbundene Begriffe) aus all unseren Quellen (einschließlich Instagram, Twitter, Reddit, Nachrichtenseiten, Foren, Blogs und mehr) durchsucht. Alle Social-Media-Ergebnisse in diesem Bericht basieren auf dieser Suche.

Über Brandwatch

Brandwatch ist das weltweit wegweisende „Digital Consumer Intelligence“-Unternehmen, das 2.200 der bekanntesten Marken und Agenturen der Welt, darunter Unilever, Walmart und Dell, bei informierten, datenbasierten Geschäftsentscheidungen unterstützt.

Das Unternehmen hat bisher drei Akquisitionen getätigt: PeerIndex (2013), BuzzSumo (2017) als eigenständige Content-Marketing-Plattform, und Qriously (2019), um globale Umfragefunktionen hinzuzufügen. Darüber hinaus wurde das Unternehmen durch die Fusion mit Crimson Hexagon (2018) gestärkt, um die umfassendste KI-gestützte Social-Intelligence-Lösung zu entwickeln.

Brandwatch unterhält Niederlassungen auf der ganzen Welt, einschließlich in Berlin, Stuttgart, Brighton, Boston, New York, London, Paris, Madrid, Sydney und Singapur.

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